10 Ochsenbilder

von Kuòān Shīyuǎn

Auf der Suche nach dem Stier

Auf der Weide der Welt,
schiebe ich endlos die hohen
Gräser auf der Suche nach dem Ochsen.
Unbenannten Flüssen folgend,
verloren auf den sich durchdringenden
Pfaden der fernen Berge,
Meine Kräfte schwinden und meine Vitalität ist erschöpft,
ich kann den Ochsen nicht finden.

Die Entdeckung der Fußabdrücke

Entlang des Flussufers, unter den Bäumen,
entdecke ich Fußabdrücke.
Sogar unter dem duftenden Gras,
sehe ich seine Abdrücke.
Tief in abgelegenen Bergen werden sie gefunden.
Diese Spuren können nicht mehr verborgen werden
als die Nase, wenn man in den Himmel schaut.

Den Stier wahrnehmen

Ich höre den Gesang der Nachtigall.
Die Sonne ist warm, der Wind ist mild,
die Weiden sind grün am Ufer –
Hier kann sich kein Ochse verstecken!
Welcher Künstler kann diesen massigen Kopf zeichnen,
diese majestätischen Hörner?

Den Stier fangen

Ich ergreife ihn mit einem furchtbaren Kampf.
Sein großer Wille und seine Kraft
sind unerschöpflich.
Er stürmt auf das Hochplateau
weit über den Wolkennebeln,
Oder in einer undurchdringlichen Schlucht steht er.

Den Stier zähmen

Die Peitsche und der Strick sind notwendig,
sonst könnte er sich verirren
auf dem staubigen Weg.
Wenn er gut trainiert ist, wird er natürlich sanft.
Dann gehorcht er ungehindert seinem Herrn.

Den Stier nach Hause reiten

Ich besteige den Ochsen, langsam
kehre ich heimwärts.
Die Stimme meiner Flöte intoniert
durch den Abend.
Ich messe mit Handschlägen
die pulsierende Harmonie,
lenke den endlosen Rhythmus.
Wer diese Melodie hört
wird sich mir anschließen.

Der transzendierte Stier

Auf dem Ochsen reitend, erreiche ich mein Zuhause.
Ich bin heiter. Auch der Ochse kann sich ausruhen.
Die Dämmerung ist gekommen. In glückseliger Ruhe,
in meiner strohgedeckten Behausung
habe ich Peitsche und Seile abgelegt.

Sowohl Stier als auch Selbst transzendiert

Peitsche, Seil, Person und Ochse –
alle verschmelzen im Nichts.
Dieser Himmel ist so weit,
keine Nachricht kann ihn beflecken.
Wie kann eine Schneeflocke existieren
in einem tobenden Feuer.
Hier sind die Fußabdrücke der Vorfahren.

Das Erreichen der Quelle

Zu viele Schritte sind gemacht worden
um zur Wurzel und zur Quelle zurückzukehren.
Besser, blind und taub gewesen zu sein
von Anfang an!
In seiner wahren Wohnstätte verweilen,
unbesorgt mit und ohne –
Der Fluss fließt ruhig weiter
und die Blumen sind rot.

Rückkehr in die Gesellschaft

Barfüßig und mit nackter Brust,
mische ich mich unter die Menschen der Welt.
Meine Kleider sind zerlumpt und staubig,
und ich bin immer glückselig.
Ich benutze keine Magie, um mein Leben zu verlängern;
Jetzt, vor mir, werden die toten Bäume
werden lebendig.

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