Das offenbare Geheimnis

Wei Wu Wei

Inschrift
„Ein einzig Wort genügt, die Wahrheit zu enthüllen.“

Shên-hui

Im Falle, dass ein solches Wort verborgen lauerte hier irgendwo …

 

An die Leser

Dieses Buch versteht sich vor allem als Diskussion; wenn einzelne Abschnitte darin didaktisch formuliert zu sein scheinen, möge der Leser dies als besonderen Nachdruck verstehen; es geht darum, einen Riss in der Wolke des Missverstehens zu finden, die wir versuchen wollen, gemeinsam auseinander zu treiben.
Der Schreiber dieser Zeilen hat keinen Menschen auch nur das Geringste zu lehren; diese Schrift ist ausschließlich sein eigener Beitrag zu unserer gemeinsamen Diskussion über jene Frage, die für alle Lebewesen das wichtigste Gesprächsthema sein sollte.

Vorwort

Solange das Subjekt sich im Zentrum eines phänomenalen Objekts befindet und von dort aus denkt und spricht, wird das Subjekt mit diesem Objekt identifiziert und ist gebunden.
 Solange dieser Zustand andauert, kann das mit dem Objekt identifizierte Subjekt niemals frei sein – denn Freiheit ist Freiheit von eben jener Identifizierung.

Die einzige „Übung“ besteht im Aufgeben dieses phänomenalen Zentrums, und ein solches Aufgeben ist kein Willensakt, der von dem sich identifizierenden Subjekt ausgeführt wird, sondern ein Nicht-Tun (wu-wei), das dem noumenalen Zentrum die Kontrolle der äußeren Handlungen überlässt und frei ist von der fiktiven Einmischung durch ein imaginäres Selbst.

Denkst, schaust und lebst „du“ immer noch so, als würde das von einem imaginären phänomenalen Zentrum aus geschehen? Solange du das tust, wirst du deine Freiheit niemals begreifen.

Lässt sich etwas Grundlegenderes sagen?
Lässt sich etwas Einleuchtenderes sagen?
Lässt sich etwas Wesentlicheres sagen?
Und doch, in Ost und West, wie viele Menschen richten sich danach?
Deshalb:
 Lässt sich etwas Notwendigeres sagen?

Anmerkung: Wu-wei bedeutet ganz einfach, dass keinerlei Einmischung des Willens erfolgt. Wen meine ich, wenn ich „du“ sage? Ich meine ICH. Ich bin immer ICH, wer immer es auch sagen mag, Mensch oder Affe, aus noumenaler oder phänomenaler Sicht, gebunden oder frei – denn es existiert kein solches Wesen.

P.S.: Wenn du dieses Vorwort verstanden hast, erübrigt sich das Weiterlesen in diesem Buch.


.

0%

    .


    XX

    xx


    ↓

    .

    auf.Gefallen

    Reflektionen

    .

    Reflektionen

    auf.Gefallen