Jivanmukta Gita

Dattatreya

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01

Wieder und wieder entbiete ich meine ehrfurchtsvollen Grüße diesem großen Wesen, welches der gesamten Schöpfung innewohnt, auf immer als Bewusstsein leuchtet und ewig frei ist; welches der Zeuge aller Tätigkeiten, wahre Erkenntnis und nichts anderes als mein innerstes Selbst ist.

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02

Befreiung noch während des körperlichen Lebens wird Jivanmukti genannt. Dieses Wort bezeichnet einen endgültigen, unveränderbaren Zustand. Wird dieses Wort auf den Tod des physischen Körpers angewendet, dann gilt diese Befreiung, die sich auf den physischen Körper bezieht, gleichermaßen auch für Tiere wie etwa Hunde und Schweine.

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03

„Der Jiva ist Shiva selbst. Er wohnt auf diese Weise sämtlichen Wesen inne. Diejenige Person, die dies als die Wahrheit ihres Lebens zu erkennen vermag, wird „lebend befreit“ genannt.

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04

So wie die Sonne die ganze Welt erleuchtet, so erleuchtet Brahman, in allen Wesen gegenwärtig, die ganze Welt. Wer dies realisiert hat, wird als „im Leben befreit“ bezeichnet.

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05

So wie der im Wasser der Seen, Flüsse oder Gefäße widergespiegelte Mond als viele erscheint und doch nur einer ist, so erscheint Atman, das Selbst, als viele, sobald er verschiedene Gestalten annimmt (obwohl Er doch nur das Eine und absolut Unteilbare ist). Nur diejenige Person, die die Wahrheit des Atman kennt, wird als „befreit im Leben“ (Jivanmukta) bezeichnet.

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06

In allem, was existiert, ist Brahman gegenwärtig. Aus diesem Grund ist Brahman frei von sämtlichen Unterschiedenheiten oder Identifikationen, was bedeutet, dass Es nicht in Begriffen der Verschiedenheit, Nicht-Verschiedenheit und Verschiedenheit-Nicht-Verschiedenheit bestimmt werden kann. Diejenige Person, die Brahman strikt auf diese Weise zu sehen vermag, wird als „lebend befreit“ bezeichnet.

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07

Die Natur der Wirklichkeit ist wie folgt: „Der Körper ist mehr als die Begrenztheit des Raumes. Das Höchste Wesen ist darin die Seele. Ich bin der Handelnde und ebenso auch die Erfahrung.“

Wer dies weiß, wird Jivanmukta, der „im Leben Befreite“, genannt.

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08

Nur derjenige, der die strebenden Sinne und das Werkzeug des Ich-Sinns aufgegeben und die Seele innerhalb seiner selbst realisiert hat, wird Jivanmukta, der im Leben Befreite, genannt.

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09

Wessen somatische Aktivität frei von Erregung und Verblendung ist, und wer keinerlei Sorge wegen des Erwünschten und Unerwünschten hegt, wird der „im Leben Befreite“ genannt.

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10

Diejenige Person, die zu der Schlussfolgerung gelangt ist: „Ich kenne keinerlei Handlung, die unter die durch die Shastra (heiligen Schriften) vorgeschriebenen Pflichten fällt“, und deren Handlungen nicht von der Überlagerung durch das Empfinden des Täter-seins (bzw. Ich-Sinns) begleitet werden, und die versteht, dass alle Tätigkeit Brahman selbst ist, wird „im Leben befreit“ genannt.

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11

Diejenige Person, die versteht und wahrhaftig zu sehen vermag, dass der Höchste Herr der ganzen Welt selbst reiner GEIST ist, der den gesamten Raum durchdringt und folglich zusammen mit allen Wesen, den Zentren der Tätigkeiten, gegeben ist, wird „im Leben befreit“ genannt.

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12

Der Jiva der Wesen kann daher niemals zerstört werden. Diejenige Person, die diese Wahrheit kennt und aufgrund ihrer keinerlei Hass mehr gegenüber den Wesen empfindet, wird „im Leben befreit“ genannt.

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13

Das Selbst ist der Meister. Es ist du selbst. Es ist all dieses hier. Es ist der allesdurchdringende GEIST. Es wird niemals durch irgendetwas in Mitleidenschaft gezogen. Jiva und Shiva meinen daher dasselbe, denn beide unterliegen weder einem Mehr noch einem Weniger. Diejenige Person, die diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.

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14

Mit dem Mittel der Innenschau erkennen die Weisen das, was sie sehen, als ihren Verstand. Dasselbe gilt für den Gedanken: „Er ist Ich“ (soham). Der Verstand, der meditiert: „Er ist Ich“, ist selbst der allesdurchdringende Shiva. Wer diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.

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15

Mit dem Mittel der Meditation erkennen die Weisen das, was sieht, als den GEIST. Derselbe wird auch Verstand genannt, nämlich der Verstand der Weisen. Er wird ferner auch Leerheit, Zerstörung und gänzliche Vernichtung genannt. Der Kenner dieser Wahrheit wird „im Leben befreit“ genannt.

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16

Derjenige wird als „im Leben befreit“ bezeichnet, dessen Verstand sich stets an der Erkenntnis, der Reflexion und Meditation erfreut, der in diese Meditation eingetaucht und frei von sämtlichen begrenzenden Ideen von Bindung und Befreiung ist.

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17

Der Weise, dessen Verstand die Eigenschaften der Naturkräfte überschritten hat, ist in seinem eigenen Innern in Freude eingetaucht. Wer im GEIST, der Essenz der Erkenntnis, die Brahman Selbst ist, eingetaucht ist, wird „im Leben befreit“ genannt.

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18

Diejenigen weisen Menschen, die durch das Mittel der Meditation das Licht innerhalb von sich selbst wahrnehmen können, verstehen, durch wen die Erkenntnis gewonnen wird. Sie sehen daher die Wirklichkeit in der Form von „Er ist Ich“. Wer das Selbst auf diese Weise zu verstehen vermag, wird „im Leben befreit“ genannt.

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19

Die Weisen erkennen, dass das große Selbst, welches identisch mit der Herrlichkeit und dem Vorzüglichen – Shiva – ist, und das gesamte Universum einschließlich des Körpers und auch der dem Verstand – d.h., dem Herzen – angehörende Illusion, nichts als der GEIST sind. Diejenige Person, dies diese Wahrheit versteht, wird „im Leben befreit“ genannt.

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20

Der weise Mensch, dessen Verstand beständig über „Er ist Ich“ (soham) meditiert, und der im Zustand der Transzendenz, in dem Wachen, Träumen und traumloser Tiefschlaf aufgehoben sind, verankert und eingetaucht in den alles absorbierenden GEIST ist, wird „im Leben befreit“ genannt.

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21

Dieses als „Er ist Ich“ (soham) definierte Wissen (welches im Verstand liegt), ist der GEIST selbst – so wie die Perle in der Perlenkette. Die als „Er ist Ich“ dargestellte Wirklichkeit ist das Höchste Brahman selbst. Sie ist formlos. Wer diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.

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22

Die Wahrnehmung von diesem und jenem usw. ist eine Täuschung, die der Wahrheit widerspricht. Gemeinhin bezeichnet man dies als „Vergänglichkeit“. Diese mentale Tätigkeit ist im Alltagsleben die Ursache für die Unterscheidungen zwischen „Ich“ und „mein“. Wer sich dessen aufgrund der Erkenntnis und der Freiheit vom Ich bewusst geworden ist, wird gänzlich frei von willentlicher Tätigkeit. Von so einem spricht man als von einer „zwar verkörperten, aber erlösten Seele“.

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23

Was ist das, was der Weise weiß, und was das Wissen ausmacht? Es ist diese Befreiung, die die Bedingung dafür ist, dass der Verstand ruhig und fest wird. Darin besteht die gegründete Wahrheit. Wer sich dessen bewusst ist, wird eine „zwar verkörperte, aber erlöste Seele“ genannt.

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24

Wer auch immer den Yoga praktiziert, wird zu einem, der die mentale Vorzüglichkeit erlangt. Ein solcher ist ein Mensch der inneren Entsagung, der so aufgrund der Tatsache, dass er sämtlichen illusorischen Objekten entsagt hat, genannt wird. Dies ist der Grund dafür, weshalb sich dieser Mensch nach außen wie leblos verhält. Er ist deshalb der zweifach Entsagende – nämlich im Innern wie im Außen. Von diesem spricht man als von einer „zwar verkörperten, aber erlösten Seele“.

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Verse

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